Feinstaub draußen lassen: Warum F7-Filter in der Wohnraumlüftung sinnvoll sind
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) versorgt Ihr Zuhause rund um die Uhr mit frischer Luft. Welche Qualität diese Luft hat, entscheidet vor allem der Zuluftfilter. Mit einem Feinfilter der Klasse F7 bleibt ein Großteil von Feinstaub und Pollen draußen. Wir erklären, warum sich das lohnt.
G4 und F7 – die Filterklassen kurz erklärt
In vielen Lüftungsgeräten arbeiten zwei Filter: In der Abluft sitzt meist ein Grobfilter der Klasse G4. Er schützt Wärmetauscher und Ventilatoren vor Hausstaub, Flusen und Haaren. In der Zuluft empfiehlt sich ein Feinfilter der Klasse F7. Nach DIN EN 779 hält ein F7-Filter im Mittel 80 bis 90 Prozent der Partikel mit 0,4 Mikrometern Größe zurück – also auch einen großen Teil des Feinstaubs, der etwa durch Verkehr und Heizungen entsteht.
Die Vorteile eines F7-Filters in der Zuluft
- Weniger Feinstaub im Haus: Besonders an Straßen und in Städten ist die Außenluft oft belastet.
- Pollen bleiben draußen: Pollen sind deutlich größer als Feinstaub und werden von einem F7-Filter zuverlässig abgeschieden.
- Saubere Lüftungskanäle: Was der Filter aufhält, lagert sich nicht in den Zuluftleitungen ab.
- Effizienter Wärmetauscher: Ein sauberer Wärmetauscher gewinnt die Wärme aus der Abluft besser zurück.
Was ist Feinstaub eigentlich?
Als Feinstaub bezeichnet man winzige Partikel in der Luft, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Unterschieden wird meist nach Größe: PM10 umfasst Partikel bis 10 Mikrometer, PM2,5 Partikel bis 2,5 Mikrometer. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 50 bis 70 Mikrometer dick. Feinstaub entsteht unter anderem durch Straßenverkehr, Reifen- und Bremsabrieb, Heizungen, Kaminöfen, Industrie und Landwirtschaft. Weil die Partikel so klein sind, schweben sie lange in der Luft und gelangen ohne Filter auch in Innenräume.
Filterklassen nach DIN EN 779 und ISO 16890
Die Bezeichnungen G4 und F7 stammen aus der früheren Norm DIN EN 779. Seit 2018 werden Luftfilter zusätzlich nach der internationalen Norm ISO 16890 eingeteilt. Diese bewertet, welchen Anteil bestimmter Partikelgrößen ein Filter abscheidet – etwa ePM10, ePM2,5 oder ePM1. Ein F7-Filter entspricht dort ungefähr der Klasse ePM1 50–65 %, ein G4-Filter wird als Grobstaubfilter (ISO Coarse) eingestuft. Im Handel und in vielen Bedienungsanleitungen werden die alten Bezeichnungen aber weiterhin verwendet, weil sie jeder kennt.
Sauberer Filter, geringerer Stromverbrauch
Ein Lüftungsgerät läuft das ganze Jahr, Tag und Nacht. Setzt sich ein Filter zu, steigt der Luftwiderstand. Moderne Geräte mit konstantem Volumenstrom erhöhen dann automatisch die Ventilatordrehzahl, um die eingestellte Luftmenge zu halten. Das bedeutet: mehr Stromverbrauch und mehr Geräusch. Regelmäßig gewechselte Filter sorgen deshalb nicht nur für bessere Luft, sondern auch dafür, dass Ihre Anlage so sparsam arbeitet, wie sie geplant wurde.
Kompatible Filtersets als Alternative
Originalfilter vom Gerätehersteller sind oft vergleichsweise teuer – und weil in einer KWL mehrmals im Jahr gewechselt wird, summieren sich die Kosten. Kompatible Filtersets sind in Maßen und Filterklasse auf das jeweilige Gerät abgestimmt und bieten eine günstige Alternative. Wichtig ist, dass die Maße exakt passen und die Filter rundum dicht im Gerät sitzen, damit keine Luft am Filter vorbeiströmt.
Wie oft sollten die Filter gewechselt werden?
Als Faustregel gilt: Filter in der KWL etwa alle drei bis sechs Monate prüfen und bei Bedarf wechseln – spätestens nach einem Jahr. Wer an einer stark befahrenen Straße wohnt oder viel Staub im Haus hat, wechselt eher früher. Viele Geräte zeigen den Filterwechsel im Display an.
Filterwechsel in wenigen Schritten
- Lüftungsgerät über das Bedienteil ausschalten oder auf Filterwechsel stellen.
- Filterabdeckungen am Gerät öffnen.
- Beide Filter herausziehen und auf die Beschriftung (Zuluft/Abluft) achten.
- Den neuen G4-Filter in die Abluft und den F7-Filter in die Zuluft einschieben – Pfeilrichtung beachten.
- Abdeckungen schließen, Gerät einschalten und die Filteranzeige zurücksetzen.
Tipp: immer als Set wechseln
Wechseln Sie Zuluft- und Abluftfilter immer gemeinsam. So bleiben die Luftmengen im Gleichgewicht und Sie behalten den Überblick über den nächsten Wechseltermin.
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